Regressionskoeffizienten (t-Test & Konfidenzintervalle)

Prüft die Signifikanz einzelner Regressionskoeffizienten mittels t-Test und bestimmt Konfidenzintervalle.

Statusvalidated
Version1.0.0
Minitab-EntsprechungStat > Regression > Regression > Fit Regression Model (Coefficients table)

Beschreibung

Für jeden Regressionskoeffizienten βⱼ wird ein t-Test durchgeführt, der prüft, ob der Koeffizient signifikant von null verschieden ist (H₀: βⱼ = 0). Der Standardfehler SE(βⱼ) ergibt sich aus der Diagonale der Varianz-Kovarianz-Matrix der Schätzer. Die t-Statistik tⱼ = βⱼ / SE(βⱼ) folgt einer t-Verteilung mit n − p Freiheitsgraden. Ein p-Wert < α bedeutet, dass der Prädiktor einen signifikanten Beitrag zum Modell leistet. Die Konfidenzintervalle [βⱼ ± t_{α/2} · SE(βⱼ)] geben den Bereich an, in dem der wahre Koeffizient mit der gewählten Konfidenz liegt.

Formeln

Schätzer
OLS-Schätzung (Ordinary Least Squares): Koeffizientenvektor durch Minimierung der Residuenquadratsumme
Varianz-Kovarianz
Varianz-Kovarianz-Matrix der Schätzer: MSE × Inverse der Informationsmatrix
SE
Standardfehler des j-ten Koeffizienten: Wurzel aus MSE × j-tes Diagonalelement der Inversen
t-Statistik
t-Wert: Koeffizient dividiert durch seinen Standardfehler. Folgt unter H₀: βⱼ = 0 einer t-Verteilung mit n − p Freiheitsgraden.
p-Wert
Zweiseitiger p-Wert: Wahrscheinlichkeit, unter H₀ einen mindestens so extremen t-Wert zu beobachten
KI
Konfidenzintervall: Der wahre Koeffizient liegt mit (1 − α) · 100 % Wahrscheinlichkeit in diesem Bereich. Enthält das Intervall die Null, ist der Koeffizient nicht signifikant.

Annahmen

  • Residuen sind normalverteilt (für exakte t-Verteilung)
  • Homoskedastizität: konstante Residualvarianz über alle Beobachtungen
  • Keine perfekte Multikollinearität (X'X muss invertierbar sein)
  • Unabhängigkeit der Beobachtungen

Einschränkungen

  • Bei starker Multikollinearität (hohe VIF) werden die SE aufgebläht und die t-Tests verlieren an Trennschärfe
  • Bei nicht-normalverteilten Residuen sind die p-Werte nur asymptotisch korrekt (große n)
  • Einzelne t-Tests berücksichtigen kein multiples Testen — bei vielen Termen steigt die Wahrscheinlichkeit falsch-positiver Ergebnisse

Referenzen

  • Montgomery, D.C., Peck, E.A., Vining, G.G., Introduction to Linear Regression Analysis, 6th Ed., Wiley — Chapter 2.4 & 3.3
  • Kutner, M.H. et al., Applied Linear Statistical Models, 5th Ed., McGraw-Hill — Chapter 6.5
  • NIST/SEMATECH e-Handbook of Statistical Methods, Section 4.3.1