Überdispersions-Check
Prüft auf Überdispersion in Zähldatenmodellen anhand des Pearson-χ²/df-Verhältnisses.
Beschreibung
Der Überdispersions-Check bewertet, ob die beobachtete Varianz in einem Poisson- oder Negativ-Binomial-GLM die modellierte Varianz übersteigt. Dazu wird die Pearson-χ²-Statistik aus den Pearson-Residuen berechnet und durch die Freiheitsgrade (n − p) geteilt. Ein Verhältnis nahe 1 deutet auf korrekte Dispersion hin, Werte > 1,5 auf Überdispersion und Werte > 3 auf schwere Überdispersion. In diesen Fällen sind die Standardfehler des Poisson-Modells zu klein, und es sollte ein alternatives Modell (Quasi-Poisson, Negativ-Binomial) verwendet werden.
Formeln
Annahmen
- Pearson-Residuen stammen aus einem Zähldatenmodell (Poisson- oder NegBin-GLM)
- Korrekte Mittelwertstruktur (ein falsch spezifizierter Mittelwert bläht χ² auf)
- Unabhängige Beobachtungen
Einschränkungen
- Faustregel-Schwellenwerte (1,5 / 3) — kein formaler Hypothesentest enthalten
- Unterdispersion (Verhältnis ≪ 1) kann ebenfalls auf Modellfehlspezifikation hindeuten
- Unterscheidet nicht zwischen Überdispersion und Zero-Inflation
- Kleine Stichproben: der χ²/df-Schätzer hat eine hohe Varianz
Referenzen
- Cameron, A. C., Trivedi, P. K. (2013), Regression Analysis of Count Data, 2nd Ed., Cambridge University Press, Ch. 3.4
- Hilbe, J. M. (2014), Modeling Count Data, Cambridge University Press, Ch. 5