Anpassungs-Mangel-Test (Lack-of-Fit, F-Test über Replikate)
Vergleicht die Modell-Misspezifikation gegen reines Rauschen aus replizierten Designpunkten.
Beschreibung
Wenn ein Versuchsplan Replikate enthält (mehrere Beobachtungen am identischen Designpunkt), kann die Residuen-Quadratsumme SSE in zwei Komponenten zerlegt werden: SS_PE (pure error, Streuung innerhalb der Replikat-Gruppen — modell-unabhängig) und SS_LoF (lack-of-fit, alles, was das Modell jenseits der reinen Streuung nicht erklärt). Der F-Test stellt die mittlere Quadratsumme der Modell-Misspezifikation der reinen Streuung gegenüber. Ein signifikantes Ergebnis bedeutet: das Modell passt nicht zu den Daten; ein Termtyp wird vermisst (oft Quadrat- oder Wechselwirkungsterm). Pflicht-Diagnostik in der Six-Sigma-RSM-Praxis: ohne Replikate keine LoF-Bewertung möglich.
Formeln
Annahmen
- Mindestens eine Replikat-Gruppe der Größe ≥ 2 (sonst df_PE = 0)
- Die Anzahl unterschiedlicher Designpunkte ist größer als die Anzahl Modell-Parameter (sonst df_LoF ≤ 0)
- Residuen sind unabhängig und annähernd normalverteilt (allgemeine ANOVA-Voraussetzungen)
Einschränkungen
- Ohne Replikate nicht durchführbar — die Implementierung gibt null zurück
- Bei perfekt-übereinstimmenden Replikaten (MS_PE = 0): Konvention F = ∞, p = 0 wenn MS_LoF > 0; F = 0, p = 1 sonst
Referenzen
- Montgomery, D.C. (2017). Design and Analysis of Experiments, 9th Ed., Wiley — Chapter 11 (Response Surface Methods)
- Myers, R.H., Montgomery, D.C., Anderson-Cook, C.M. (2016). Response Surface Methodology, 4th Ed., Wiley — Chapter 2.4 (Lack of Fit Testing)