Wiederholbarkeits- und Bias-Index Cgk (MSA Typ 1)
Bewertet Wiederholbarkeit und systematische Abweichung (Bias) eines Messmittels in einer gemeinsamen Kennzahl.
Beschreibung
Der Index Cgk erweitert Cg um die systematische Abweichung (Bias) des Messmittels vom Referenzwert. Er wird berechnet, indem der halbe zugelassene Toleranzanteil um den Betrag des Bias reduziert und durch die gewichtete Streuung geteilt wird. Cgk ist immer ≤ Cg: Ein Messmittel mit geringer Streuung (hoher Cg) kann trotzdem einen niedrigen Cgk haben, wenn ein großer Bias vorliegt. Ein Cgk ≥ 1,33 gilt als fähig und zeigt, dass sowohl Wiederholbarkeit als auch Genauigkeit (Bias) ausreichend sind.
Formeln
Annahmen
- Messungen unter Wiederholbedingungen (ein Prüfer, ein Messmittel, ein Referenzteil)
- Mindestens 25 Messwerte (n ≥ 25)
- Referenzteil ist kalibriert mit bekanntem wahren Wert (x_ref)
- Messwerte sind annähernd normalverteilt
Einschränkungen
- Cgk kann negativ werden, wenn der Bias größer als der halbe zugelassene Toleranzanteil ist
- Setzt ein kalibriertes Referenzteil voraus — ohne bekannten wahren Wert ist keine Bias-Bestimmung möglich
- Bei k₁ = 0,20 und k₂ = 4 entspricht Cgk ≥ 1,33 einem maximalen Bias von ca. 1,7 % der Toleranz
Referenzen
- VDA Band 5 — Prüfprozesseignung: Eignung von Messsystemen, Mess- und Prüfprozessen, Erweiterte Messunsicherheit, 3. Auflage
- AIAG — Measurement Systems Analysis Reference Manual, 4th Edition (MSA-4)
- Dietrich, E. & Schulze, A. — Statistische Verfahren zur Maschinen- und Prozessqualifikation, 7. Auflage, Hanser