Wiederholbarkeitsindex Cg (MSA Typ 1)

Bewertet die Wiederholbarkeit eines Messmittels: Wie groß ist die Streuung der Wiederholmessungen im Verhältnis zur Toleranz?

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Version1.0.0
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Beschreibung

Der Wiederholbarkeitsindex Cg vergleicht die Streuung eines Messmittels mit einem definierten Anteil der Toleranz. Er wird aus mindestens 25 Wiederholmessungen an einem kalibrierten Referenzteil (Master) berechnet. Der Faktor k₁ legt fest, welcher Anteil der Toleranz dem Messmittel zugestanden wird (Standard: 20 % nach VDA 5), der Faktor k₂ bestimmt die Streuungsabdeckung (Standard: 4 für 99,99 %). Ein Cg ≥ 1,33 gilt als fähig. Im Gegensatz zu Cgk berücksichtigt Cg keine systematische Abweichung (Bias).

Formeln

Cg
Wiederholbarkeitsindex: Verhältnis des zugelassenen Toleranzanteils zur beobachteten Streuung
T
Toleranzbreite (Differenz zwischen oberer und unterer Spezifikationsgrenze)
sg
Stichproben-Standardabweichung der Wiederholmessungen (Bessel-Korrektur, n−1)
%T
Toleranzverbrauch: Anteil der Toleranz, der durch die Messmittelstreuung aufgebraucht wird

Annahmen

  • Messungen unter Wiederholbedingungen (ein Prüfer, ein Messmittel, ein Referenzteil)
  • Mindestens 25 Messwerte (n ≥ 25)
  • Referenzteil ist kalibriert mit bekanntem wahren Wert (x_ref)
  • Messwerte sind annähernd normalverteilt

Einschränkungen

  • Cg berücksichtigt nur die Wiederholstreuung, nicht die systematische Abweichung (Bias) — dafür Cgk verwenden
  • Setzt ein kalibriertes Referenzteil voraus — ohne bekannten wahren Wert ist keine MSA Typ 1 möglich
  • Ergebnis hängt stark von k₁ und k₂ ab — Vergleiche nur bei gleichen Faktoren sinnvoll

Referenzen

  • VDA Band 5 — Prüfprozesseignung: Eignung von Messsystemen, Mess- und Prüfprozessen, Erweiterte Messunsicherheit, 3. Auflage
  • AIAG — Measurement Systems Analysis Reference Manual, 4th Edition (MSA-4)
  • Dietrich, E. & Schulze, A. — Statistische Verfahren zur Maschinen- und Prozessqualifikation, 7. Auflage, Hanser