Anderson-Darling-Test
Prüft, ob eine Stichprobe aus einer Normalverteilung stammt — besonders empfindlich in den Verteilungsenden.
Beschreibung
Der Anderson-Darling-Test ist ein EDF-basierter (empirische Verteilungsfunktion) Normalitätstest, der die Abweichung der empirischen von der theoretischen Verteilungsfunktion misst. Im Gegensatz zum Kolmogorov-Smirnov-Test gewichtet er Abweichungen in den Verteilungsenden stärker, was ihn besonders empfindlich für Ausreißer und schwere Enden macht. Die Teststatistik A² wird mit einem Stichprobengrößen-Korrekturfaktor zu A²* angepasst. Kleine p-Werte (p < α) sprechen gegen die Normalverteilungsannahme.
Formeln
Annahmen
- Daten sind unabhängig und identisch verteilt (i.i.d.)
- Stichprobengröße: n ≥ 3 (empfohlen: n ≥ 8 für zuverlässige p-Werte)
- Stetige (kontinuierliche) Daten
- Mittelwert und Varianz werden aus der Stichprobe geschätzt (zusammengesetzter Test)
Einschränkungen
- Die p-Wert-Approximation basiert auf empirischen Polynomen (Stephens 1986), nicht auf exakten Tabellen
- Für sehr kleine Stichproben (n < 8) sind die p-Werte weniger zuverlässig
- Nicht geeignet für diskrete Daten oder Daten mit vielen Bindungen (ties)
- Testet nur auf Normalverteilung mit geschätzten Parametern — nicht für andere Verteilungen
Referenzen
- Anderson, T. W. & Darling, D. A. (1954), A test of goodness of fit, Journal of the American Statistical Association, 49(268), 765–769
- Stephens, M. A. (1986), Tests based on EDF statistics, in D'Agostino & Stephens (Eds.), Goodness-of-Fit Techniques, Marcel Dekker, Ch. 4
- D'Agostino, R. B. & Stephens, M. A. (1986), Goodness-of-Fit Techniques, Marcel Dekker, New York
- NIST/SEMATECH e-Handbook of Statistical Methods, Section 1.3.5.14