Varianz-Inflationsfaktoren (VIF)
Misst die Multikollinearität zwischen Modelltermen in einem Versuchsplan.
Beschreibung
Der Varianz-Inflationsfaktor (VIF) quantifiziert, wie stark die Varianz eines geschätzten Regressionskoeffizienten durch Korrelation mit anderen Modelltermen aufgebläht wird. Für orthogonale Pläne (z.B. vollfaktorielle 2^k-Designs) sind alle VIFs exakt 1 — keine Aufblähung. VIF > 1 zeigt Multikollinearität an: VIF ≤ 5 gilt als akzeptabel, VIF > 10 als problematisch. Hohe VIFs bedeuten, dass Effekte nicht sauber voneinander trennbar sind und die Parameterschätzungen instabil werden.
Formeln
Annahmen
- Codierte Designmatrix mit Werten in {−1, 0, +1}
- Lineares Modell mit Haupteffekten und 2-Faktor-Wechselwirkungen
- X'X muss invertierbar sein (kein singulärer Plan)
Einschränkungen
- VIF gibt nur die Stärke der Multikollinearität an, nicht deren Ursache
- Bei singulärer X'X (z.B. mehr Terme als Runs) werden alle VIFs auf ∞ gesetzt
Referenzen
- Montgomery, D.C., Design and Analysis of Experiments, 10th Ed., Wiley — Chapter 10
- Kutner, M.H. et al., Applied Linear Statistical Models, 5th Ed., McGraw-Hill — Chapter 10