Prozessfähigkeit Cp

Misst die Streuung eines Prozesses relativ zur Toleranzbreite, ohne Berücksichtigung der Zentrierung.

Statusvalidated
Version1.0.0
Minitab-EntsprechungStat > Quality Tools > Capability Analysis > Normal

Beschreibung

Cp vergleicht die Toleranzbreite (USL − LSL) mit der Prozessstreuung (6s) und beantwortet die Frage: Passt die natürliche Streuung des Prozesses überhaupt in die Toleranz? Cp benutzt die Stichproben-Standardabweichung (ddof = 1) und wird als 'Kurzzeit-Fähigkeit' interpretiert. Cp ≥ 1,33 gilt als fähig, Cp ≥ 1,67 als hoch fähig. Cp sagt nichts über die Lage des Prozesses aus — dafür ist Cpk da. Cp ist nur für zweiseitige Spezifikationen definiert.

Formeln

Cp
Prozessfähigkeit ohne Berücksichtigung der Zentrierung (s = Stichproben-Standardabweichung, ddof = 1)
CPU
Oberer Fähigkeitsindex
CPL
Unterer Fähigkeitsindex
CI(Cp)
Exaktes Konfidenzintervall für Cp basierend auf der Chi-Quadrat-Verteilung (α = 1 − Konfidenzniveau)

Annahmen

  • Daten sind annähernd normalverteilt
  • Prozess ist statistisch beherrscht
  • Zweiseitige Spezifikation (LSL und USL erforderlich)

Einschränkungen

  • Unempfindlich gegen Lageabweichungen — ein stark außermittiger Prozess kann trotz hohem Cp unfähig sein (Cpk verwenden)
  • Benötigt mindestens zweiseitige Spezifikation
  • Stichprobenumfang sollte ≥ 30 sein, damit die Konfidenzintervalle aussagekräftig sind

Referenzen

  • Montgomery, Introduction to Statistical Quality Control, 8th Ed. — Chapter 7
  • Kotz, S. & Johnson, N. L. (1993), Process Capability Indices, Chapman & Hall