RACI-Matrix

Verantwortlichkeitsmatrix: Rollen pro Aktivität und Stakeholder

Aufbau einer RACI-Matrix

Die RACI-Matrix klärt für jede Aufgabe oder Aktivität in einem Projekt, wer welche Rolle hat. Die vier Buchstaben stehen für vier klar definierte Verantwortungsarten. Sie verhindert Doppelarbeit, Zuständigkeitslücken und unklare Entscheidungswege.

R — Responsible (Durchführend): Wer macht die Arbeit tatsächlich? Pro Aufgabe können mehrere Personen „R" sein, sollten es aber selten — sonst zerfasert die Verantwortung.

A — Accountable (Rechenschaftspflichtig): Wer ist letztendlich verantwortlich für das Ergebnis und trifft die finale Entscheidung? Pro Aufgabe genau eine Person — nicht null, nicht zwei. „A" trägt den Hut, „R" macht die Arbeit.

C — Consulted (Konsultiert): Wer wird vor der Entscheidung um Input gefragt? Zweiwege-Kommunikation. Typischerweise Fachexperten, deren Wissen unverzichtbar ist, die aber nicht entscheiden.

I — Informed (Informiert): Wer wird über das Ergebnis informiert? Einwege-Kommunikation. Stakeholder, die den Stand kennen müssen, aber keine aktive Rolle haben.

Aufgaben (Zeilen) und Personen (Spalten): Die Matrix listet links die Aufgaben oder Liefergegenstände, oben die Rollen oder Personen. In jeder Zelle steht der Buchstabe (R/A/C/I), oft auch leer, wenn keine Beteiligung besteht.

Vorgehen

  • Aufgaben oder Liefergegenstände aus dem Projektplan auflisten — als Zeilen.
  • Beteiligte Personen oder Rollen als Spalten eintragen.
  • Pro Aufgabe genau einen „A" vergeben — die letzte Instanz.
  • Mindestens einen „R" pro Aufgabe — die ausführende Hand.
  • „C" sparsam einsetzen — nur, wenn der Input wirklich gebraucht wird, sonst entstehen Engpässe.
  • „I" für alle, die das Ergebnis kennen müssen, ohne mitzuentscheiden.
  • Matrix mit dem Team gegenlesen und freigeben — Konflikte klären, bevor das Projekt läuft.

Stolperfallen

Mehrere „A" pro Aufgabe: Wenn zwei Personen rechenschaftspflichtig sind, ist niemand wirklich verantwortlich. Bei Konflikt eskaliert nichts, bei Erfolg streiten sich beide um den Lorbeer. Pro Zeile genau ein „A".

Kein „A": Eine Aufgabe ohne „A" ist Niemandsland — sie wird liegen bleiben oder unter falschen Annahmen erledigt. Jede Zeile braucht einen Hutträger.

Zu viele „C": Wer drei Experten konsultieren muss, verliert Tempo. Konsultation kostet Zeit — nur die wirklich nötigen einbinden, der Rest reicht als „I".

„R" und „A" verwechseln: Der „R" macht die Arbeit, der „A" verantwortet das Ergebnis. Oft ist das dieselbe Person, manchmal aber gerade nicht — z. B. wenn ein Operator ausführt und der Schichtleiter verantwortet.

Matrix wird nicht gelebt: Eine RACI-Matrix in der Schublade nutzt niemandem. Sie sollte am Projektstart kommuniziert werden und bei jeder Rollenänderung aktualisiert werden.

Spaltenwahl: Person vs. Rolle: Personen wechseln, Rollen sind stabiler. Bei langlaufenden Projekten lieber Rollen („Schichtleiter") als Namen verwenden — sonst muss die Matrix bei jedem Personalwechsel umgestrickt werden.

Beispieldaten

Dieses Modul wird mit den folgenden Beispieldatensätzen ausgeliefert — mit einem Klick in der App ladbar.

Verfügbar in folgenden Zyklen

  • DMAIC: Define
  • DMADV: Define
  • 8D: D1 — Team aufstellen