5-Why Analyse
Ursachenanalyse mit verzweigten Fragepfaden
Überblick
Die 5-Why-Methode (auch 5×Warum) ist eine einfache, aber wirkungsvolle Technik zur Wurzelursachenanalyse. Ausgehend von einem konkreten Problem wird wiederholt „Warum?" gefragt — typischerweise fünfmal — bis eine grundlegende Ursache erreicht ist, deren Beseitigung das Problem nachhaltig löst.
Problemstellung: Der Ausgangspunkt: ein konkretes, beobachtetes Problem oder eine Abweichung. Je präziser formuliert, desto zielführender die nachfolgenden „Warum?"-Fragen.
„Warum?"-Kette: Auf jede Antwort folgt erneut die Frage „Warum?". Jede Ebene führt eine Stufe näher an die Wurzel. Die Zahl 5 ist eine Faustregel — manche Probleme lösen sich nach 3, andere brauchen 7 oder mehr.
Wurzelursache: Die letzte Antwort, jenseits derer „Warum?" keine technisch oder organisatorisch beeinflussbare Antwort mehr liefert. Hier setzt die Verbesserungsmaßnahme an.
Verzweigungen: Manchmal gibt es zu einer Frage mehrere plausible Antworten. Dann verzweigt sich die Kette in mehrere parallele Stränge — jeder davon kann zu einer eigenen Wurzelursache führen.
5-Why ist günstig, schnell und team-tauglich. Es eignet sich besonders für klar abgegrenzte Einzelvorfälle. Bei komplexen, mehrfaktoriellen Problemen sind Ishikawa und FMEA besser geeignet.
Vorgehen
- Problem konkret beschreiben — was ist passiert, wo, wann, wie oft?
- „Warum?" fragen und die plausibelste Antwort eintragen.
- Auf die Antwort erneut „Warum?" anwenden — und so weiter.
- Wenn sich mehrere Antworten anbieten, verzweigen — jeder Strang wird einzeln verfolgt.
- Stoppen, sobald eine technisch oder organisatorisch adressierbare Wurzel erreicht ist.
- Maßnahme an der Wurzel ableiten — nicht an einem Symptom auf einer höheren Ebene.
- Wirksamkeit der Maßnahme nach Umsetzung mit Daten überprüfen.
Stolperfallen
Schuldzuweisung statt Ursache: Antworten wie „Mitarbeiter hat nicht aufgepasst" sind keine Wurzelursachen, sondern Schuldzuweisungen. Weiterfragen: Warum konnte es passieren, dass eine Unaufmerksamkeit zum Problem wird? Liegt es an Schulung, Standardarbeit, Sichtprüfung?
Zu früh aufhören: Die erste plausible Antwort ist selten die Wurzel. Wer nach „Warum 2" stoppt, behandelt ein Symptom. Mindestens so weit gehen, bis die Antwort etwas im Prozess oder System beschreibt.
Zu lang weiterfragen: Irgendwann landet man bei „weil es so viel kostet" oder „weil die Branche so ist" — Antworten, die das Team nicht ändern kann. An dieser Stelle stoppen und auf der vorherigen Ebene ansetzen.
Nur ein Strang: Bei komplexen Problemen führt nicht eine einzige Kette zur Lösung. Wenn mehrere Antworten plausibel sind, verzweigen — sonst werden wichtige Ursachen übersehen.
Ohne Daten verifizieren: Die Antworten in einer Why-Kette sind Hypothesen. Vor der Maßnahme — oder spätestens danach — mit Daten prüfen, ob die identifizierte Wurzel tatsächlich der Treiber war.
Allein gemacht: Eine Why-Kette von einer einzelnen Person reproduziert deren Vorannahmen. Im Team und mit den Personen, die den Prozess kennen, ist das Ergebnis robuster.
Beispieldaten
Dieses Modul wird mit den folgenden Beispieldatensätzen ausgeliefert — mit einem Klick in der App ladbar.
Verfügbar in folgenden Zyklen
- DMAIC: Define
- DMADV: Define
- 8D: D4 — Ursachenanalyse