Pareto-Diagramm

Nach Größe sortiertes Säulendiagramm mit kumulativer Prozent-Linie — das klassische „vital few“-Werkzeug.

Aufbau eines Pareto-Diagramms

Das Pareto-Diagramm ist eines der „7 QC-Werkzeuge" und kombiniert ein nach Häufigkeit absteigend sortiertes Säulendiagramm mit einer kumulativen Prozent-Linie. Es macht das 80/20-Prinzip („vital few — trivial many") visuell unmittelbar greifbar: wenige Kategorien sind für den Großteil des Problems verantwortlich.

Sortierung: Die Balken sind immer nach absteigendem Wert sortiert. Dadurch sieht man auf einen Blick, welche Kategorien die größten Beiträge liefern — anders als beim Säulendiagramm, wo die X-Achse in Eingabereihenfolge bleibt.

Kumulative Prozent-Linie: Über die Balken läuft eine Linie, die für jeden Punkt den kumulativen Anteil (in %) am Gesamtwert angibt. Trifft sie die 80%-Marke nach beispielsweise drei Kategorien, machen genau diese drei zusammen 80 % des Problems aus.

80%-Schwelle: Eine horizontale Referenzlinie bei 80 % markiert die klassische Pareto-Grenze. Sie hilft, die „vital few" abzulesen — alle Balken links der Schnittstelle gehören dazu. Im Chart-Editor lässt sich der Schwellwert ändern oder ganz ausblenden (Wert 0).

„Sonstige"-Bucket: Bei vielen Kategorien wird der lange Schwanz (kleinste Beiträge) zu einem einzelnen „Sonstige"-Balken am Ende zusammengefasst. So bleibt das Diagramm lesbar, ohne dass die Tail-Information verlorengeht. Im Chart-Editor lässt sich die maximale Balkenzahl einstellen.

Klassische Einsatzfelder im Six-Sigma-Kontext: Defektarten priorisieren, Reklamationsgründe gewichten, Kosten-Verursacher identifizieren. Das Modul akzeptiert eine kategoriale Spalte (Häufigkeitsmodus), zusätzlich optional eine Wertespalte (Summe je Kategorie — z. B. Reklamationskosten) und/oder eine Gruppierungsspalte für gestapelte Pareto-Diagramme.

Stolperfallen

Häufigkeit ≠ Wichtigkeit: Eine häufig auftretende Defektart muss nicht die teuerste sein. Wenn jede Reklamation andere Kosten verursacht, lieber die Wert-Spalte (Y) füllen und nach Summe sortieren — sonst lenkt das Diagramm den Fokus auf die häufigsten, nicht die schlimmsten Probleme.

Zu viele Kategorien: Sind alle Beiträge ähnlich groß, gibt es keine „vital few" — das Pareto-Prinzip greift dann nicht. Ein Pareto-Diagramm mit 20 nahezu gleich hohen Balken ist eher Symptom eines Definitions-Problems: vielleicht sind die Kategorien zu fein granuliert oder zu generisch.

Aggregation falsch gewählt: Bei aktiver Y-Spalte muss man wählen, ob über die Kategorie summiert oder gemittelt wird. Für Kosten/Schaden/Mengen ist „Summe" richtig (Gesamtbeitrag), für eine durchschnittliche Reklamationshöhe „Mittelwert". Falsche Wahl führt zu falschem Ranking.

Vergleich über Zeit: Pareto-Diagramme sind Momentaufnahmen — die Sortierung der Balken ändert sich, wenn man mehrere Zeiträume nebeneinander stellt. Für Trends besser Linien- oder gestapelte Säulendiagramme verwenden und das Pareto-Diagramm nur als Snapshot je Periode.

„Sonstige"-Bucket zu groß: Wenn der „Sonstige"-Balken selbst zu den größten zählt, ist der Top-N-Schnitt zu eng gesetzt. Im Chart-Editor die maximale Balkenzahl erhöhen, bis „Sonstige" wieder kleiner ist als die individuellen Top-Kategorien.

Beispieldaten

Dieses Modul wird mit den folgenden Beispieldatensätzen ausgeliefert — mit einem Klick in der App ladbar.