Konturdiagramm

Antwortflächen z = f(x, y) als Konturdiagramm visualisieren

Methodik

Ein Konturdiagramm (Contour Plot) visualisiert eine Antwortfläche z = f(x, y) als farbige 2D-Karte. Es zeigt, wie eine Zielgröße (z. B. Ausbeute, Rauheit) von zwei Einflussfaktoren abhängt — typisch für Ergebnisse aus DoE-Regressionsmodellen.

Modelltypen

ModellFormelAnwendung
Quadratischβ₀ + β₁x + β₂y + β₃x² + β₄y² + β₅xyResponse Surface Methodology (RSM), CCD, Box-Behnken
Linear + Interaktionβ₀ + β₁x + β₂y + β₅xyFaktorielle Versuchspläne (2k)
Eigene FormelBeliebiger JS-AusdruckKomplexe oder nicht-polynomiale Modelle

Darstellung

  • Farbfläche: Jeder Pixel wird gemäß z-Wert eingefärbt (Farbschema wählbar)
  • Konturlinien: Marching-Squares-Algorithmus berechnet Isolinien für gleichmäßig verteilte z-Stufen
  • Datenpunkte: Optionale Überlagerung tatsächlicher Messpunkte (x; y; z)
  • Tooltip: Hover zeigt exakte x/y/z-Werte an jeder Position

Beispiel

Ein CCD-Versuchsplan untersucht den Einfluss von Temperatur und Druck auf die Ausbeute. Das quadratische Regressionsmodell lautet:

z = 50 + 8x + 5y − 3x² − 2y² + 1.5xy

  • Koeffizienten β₀=50, β₁=8, β₂=5, β₃=−3, β₄=−2, β₅=1.5 eingeben
  • «Konturdiagramm zeichnen» klicken
  • Optimum bei ca. x=1.6, y=1.8 (Ausbeute ≈ 59%)
  • Datenpunkte aus einer Datentabelle zuordnen, um Modellqualität zu prüfen

Interpretation

  • Enge Konturlinien = steiler Gradient (starker Einfluss des Faktors)
  • Weite Konturlinien = flacher Gradient (geringer Einfluss)
  • Geschlossene Konturen = lokales Optimum (Maximum oder Minimum)
  • Sattelpunkt: Konturen kreuzen sich — kein echtes Extremum
  • Das Optimum wird aus dem Raster abgelesen und als «Optimum (Max)» angezeigt

Farbschemata

SchemaEmpfehlung
ViridisStandard — perceptuell gleichmäßig, druckfreundlich
PlasmaHoher Kontrast für feine Unterschiede
ThermalIntuitiv: blau=kalt/niedrig, rot=heiß/hoch
Grün-VerlaufFür Berichte mit Firmenfarben
GraustufenFür Schwarz-Weiß-Druck

Häufige Fehler

  • Achsengrenzen zu eng: Wichtige Bereiche der Antwortfläche werden abgeschnitten.
  • Modell-Extrapolation: Das Konturdiagramm zeigt die Modellantwort, nicht die Realität. Außerhalb des Versuchsbereichs kann das Modell stark abweichen.
  • Zu wenige Konturstufen: Feine Strukturen gehen verloren. Mindestens 8–10 Stufen empfohlen.
  • Datenpunkte nicht prüfen: Immer die tatsächlichen Messpunkte einblenden, um die Modellqualität visuell zu beurteilen.
  • Rasterauflösung zu niedrig: Bei komplexen Modellen können Artefakte auftreten. Auf mindestens 80–100 setzen.

Beispieldaten

Dieses Modul wird mit den folgenden Beispieldatensätzen ausgeliefert — mit einem Klick in der App ladbar.