Säulendiagramm
Säulen-/Balkendiagramm aus Worksheet-Spalten: Häufigkeit, Mittelwert oder Summe je Kategorie
Aufbau eines Säulen-/Balkendiagramms
Ein Säulendiagramm zeigt für jede Kategorie einen senkrechten Balken, dessen Höhe einen numerischen Wert ausdrückt. Es ist das geradlinigste Werkzeug, um diskrete Größen unmittelbar visuell zu vergleichen — die Länge der Balken übersetzt das menschliche Auge nahezu fehlerfrei in Größenverhältnisse.
Kategorie (X-Achse): Eine diskrete Ausprägung, für die ein Balken gezeichnet wird — z. B. „Schicht A / B / C", „Defektart", „Lieferant". Die Kategorienliste ist endlich und benannt, nicht numerisch geordnet.
Wert (Y-Achse): Die Größe, die der Balken darstellt. Drei Möglichkeiten: (1) eine reine Häufigkeitszählung der Kategorie („wie oft kommt sie vor?"), (2) der Mittelwert einer numerischen Spalte je Kategorie, (3) die Summe einer numerischen Spalte je Kategorie.
Gruppierung: Wenn eine zweite kategoriale Spalte angegeben wird, entsteht pro X-Kategorie ein Balkenbündel oder ein gestapelter Balken — jede Untergruppe bekommt eine eigene Farbe. So lassen sich Effekte wie „Defektart × Schicht" oder „Lieferant × Werk" auf einen Blick vergleichen.
Gruppiert vs. gestapelt: „Gruppiert" stellt die Untergruppen nebeneinander — gut, um sie direkt zu vergleichen. „Gestapelt" türmt sie übereinander — gut, um die Summe pro X-Kategorie zu sehen, während die Aufteilung weiterhin sichtbar bleibt.
Säulendiagramme eignen sich, um Kategorien hinsichtlich einer Kenngröße zu vergleichen — etwa „durchschnittliche Zykluszeit pro Schicht" oder „Häufigkeit der Defektarten". Für eine nach Häufigkeit sortierte Variante mit kumulativer Linie verwende ein Pareto-Diagramm. Für stetige Daten mit Bin-Achse ist das Histogramm das richtige Werkzeug.
Stolperfallen
Y-Achse beginnt nicht bei null: Wird die Y-Achse abgeschnitten (z. B. von 90 statt 0 beginnen), wirken Unterschiede dramatischer als sie sind. Das ist eine der häufigsten und übelsten Manipulationen mit Säulendiagrammen — bei Längenvergleichen muss die Achse immer bei 0 starten.
Zu viele Kategorien: Mehr als 10–15 Kategorien werden visuell unübersichtlich. Lieber nach Häufigkeit sortieren (→ Pareto-Diagramm) oder kleine Kategorien als „Sonstige" zusammenfassen.
Mittelwert ohne Streuung: Ein Balken zeigt nur den Mittelwert (oder die Summe) — die Streuung innerhalb der Kategorie ist nicht sichtbar. Bei Verdacht auf Heterogenität ergänzend ein Boxplot oder Individual-Value-Plot heranziehen.
Verwechslung Häufigkeit ↔ Mittelwert: Bei aktivierter Y-Spalte zeigt der Balken den Mittelwert (oder die Summe) der Y-Werte je Kategorie, nicht die Anzahl. Achsenbeschriftung und Statistiktabelle prüfen, damit das Diagramm nicht falsch interpretiert wird.
Gestapelte Balken bei vielen Untergruppen: Gestapelte Balken sind schwer ablesbar, wenn die Untergruppen sehr unterschiedliche Größen haben oder es mehr als 4–5 gibt. In solchen Fällen lieber ein Mosaikdiagramm oder eine Heatmap.
Beispieldaten
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