Regelkarte (Kurzläufer Z-MR)

Standardisierte I-MR über mehrere Teile mit unterschiedlichen Targets

Z-MR — Standardisierte I-MR für kurze Serien

In Werkstätten oder Werkzeugbau-Umgebungen werden viele verschiedene Teile in kleinen Stückzahlen gefertigt. Eine klassische I-MR-Karte braucht 20–25 Punkte je Teil — das ergibt sich bei kurzen Serien nicht. Die Z-MR-Karte umgeht das, indem jeder Wert innerhalb seines Teils standardisiert wird; alle Teile landen dann auf einer einzigen Karte.

Standardisierung: Pro Teil j wird Mittelwert x̄_j und σ̂_j (aus MR̄_j/d₂) berechnet. Jeder Messwert wird transformiert zu z_ij = (x_ij − x̄_j) / σ̂_j. Die z-Werte sind unter stabilen Bedingungen ~N(0,1).

Eingriffsgrenzen: Für die z-Karte: CL = 0, UCL = +3, LCL = −3 (3σ-Konvention). Für die MR-Karte: CL = MR̄_z, UCL = D₄·MR̄_z, LCL = 0.

Vorteil: ein Diagramm für alle Teile, kontinuierliche Überwachung über Auftragswechsel hinweg. Nachteil: man verliert die direkte Bedeutung der Originaleinheit auf der Karte (man interpretiert in σ-Einheiten).

Stolperfallen

Zu wenige Punkte je Teil: Mit n=1 oder n=2 je Teil wird σ̂_j unzuverlässig. Faustregel: mindestens 5 Punkte je Teil bevor Standardisierung sinnvoll wird. Teile mit zu wenigen Punkten werden mit z=0 abgehandelt und in einer Warnung gemeldet.

Reihenfolge im Worksheet: Die Karte plottet in Worksheet-Reihenfolge. Die Gruppen-Spalte muss zur tatsächlichen Bearbeitungsreihenfolge passen, sonst sind Trends innerhalb eines Teils unsichtbar.

Heterogene σ: Wenn die Streuung zwischen Teilen sehr unterschiedlich ist, kann eine 1σ-Verschiebung bei Teil A genauso aussehen wie eine 0,3σ-Verschiebung bei Teil B. Die Karte normalisiert das zwar, aber Diagnostik braucht Blick auf die Tabelle der Per-Teil-σ̂.

Beispieldaten

Dieses Modul wird mit den folgenden Beispieldatensätzen ausgeliefert — mit einem Klick in der App ladbar.

Verfügbar in folgenden Zyklen

  • DMAIC: Control
  • DMADV: Verify
  • 8D: D6 — Umsetzung