Regelkarte (seltene Ereignisse)

g- und t-Karten für seltene Ereignisse

Regelkarten für seltene Ereignisse

Bei seltenen Ereignissen (Unfälle, Werkzeugbrüche, Defekte mit niedriger Rate) sind Shewhart-Karten und attributive Karten unbrauchbar — sie würden tagelang Nullen zeigen, dann einen einzelnen Sprung, der wie ein Ausreißer aussieht. Spezialisierte Karten kommen mit der zugrundeliegenden Verteilung klar.

g-Karte (Gelegenheiten zwischen Ereignissen): Plottet die Anzahl der Einheiten oder Tage zwischen zwei aufeinanderfolgenden Ereignissen. Geometrische Verteilung. Eingriffsgrenzen nach Benneyan: CL = ḡ, UCL/LCL = ḡ ± 3·√(ḡ·(ḡ+1)).

t-Karte (Zeit zwischen Ereignissen): Plottet die Zeitspanne zwischen Ereignissen (kontinuierlich, exponentialverteilt). Zur Auswertung wird die Zeitachse transformiert: y = t^(1/3.6) (Nelson 1994). Auf y werden I-MR-Limits gerechnet, die KPI-Anzeige rück-transformiert sie wieder auf die Originalskala.

Beide Karten haben üblicherweise eine LCL nahe Null. Wichtige Signale sind Sprünge nach oben (eine außergewöhnlich lange „ruhige" Strecke ist seltener nützlich als eine plötzliche Häufung).

Stolperfallen

Falsche Datenart: Die g-Karte braucht Zähldaten zwischen Ereignissen, die t-Karte braucht echte Zeitdauern. Bei Verwechslung sind die Limits unsinnig.

Zu wenige Ereignisse: Mit weniger als ~20 Beobachtungen schwankt ḡ stark, die Limits sind dann nicht belastbar. Klassische SPC-Faustregel von 25–30 Punkten gilt auch hier.

Nicht-stationäre Rate: Beide Karten setzen voraus, dass die Ereignisrate konstant ist. Bei klar wachsender Rate (z. B. nach Werkzeugverschleiß) erst aufteilen, dann Karten je Stage rechnen.

Beispieldaten

Dieses Modul wird mit den folgenden Beispieldatensätzen ausgeliefert — mit einem Klick in der App ladbar.

Verfügbar in folgenden Zyklen

  • DMAIC: Control
  • DMADV: Verify
  • 8D: D6 — Umsetzung